Sonntag, 15. März 2026

Santiago de Chile: Metro- und Vorortverkehr

Erste Planungen zu einer U-Bahn in Santiago de Chile gab es bereits in den späten 1920er Jahren, aber erst 1968 wurde ein französisch-chilenisches Konsortium mit Planung und Bau der Metro beauftragt. 1975 wurde der erste Abschnitt der Linie 1 eröffnet, natürlich verlief sie unter der traditionellen Ost-West-Achse Alameda Libertador Bernardo O´Higgins. Bereits 1978 folgte die Nord-Süd-Linie 2. Bis 1987 folgten diverse Verlängerungen an den Enden beider Linien. Die nächste, bis heute andauernde Ausbauphase startete in den 90er Jahren, 1997 ging der erste Abschnitt der heute 30 km langen Linie 5 in Betrieb, 2005 folgte die Linie 4 mit der Ergänzungslinie 4A. Waren diese fünf Linien konventionell mit Fahrer betrieben wurden die 2017 bzw. 2019 eröffneten Linien 3 und 6 von Anfang an vollautomatisch betrieben, sie sind entsprechend mit Bahnsteigtüren ausgestattet. Bis 2032 sollen drei weitere Linien (7-9) das Netz ergänzen.

Der französische Einfluss beim Metrobau zeigt sich u.a. am Betrieb der Linien 1,2 und 5 mit gummibereiften Fahrzeugen, die ersten Serien können ihre Verwandschaft mit den entsprechenden RATP-Serien nicht verleugnen und wurden auch sämtlich in Frankreich gebaut. Erst die neueren Fahrzeuge kommen von CAF aus Spanien bzw. aus dem brasilianischen Alsthom-Werk. Kompatibel zueinander sind auch die Linien 4 und 4A (Stahlrad und Stromschiene) sowie 3 und 6 (vollautomatisch, Oberleitung und Stahlrad)

Die Erstausstattung bestand aus rund 100 Zügen der Reihe NS-74, die bis auf die Front und den längeren Wagenkästen der RATP-Reihe MP-73 entsprechen. Inzwischen wurden die ursprünglichen 5-Wagen-Züge zu 7-Wagen-Zügen umgruppiert, daher die 7 an der Frontscheibe. Zug 24 fährt in die Station Pedrero der Linie 5 ein, die hier im Südosten der Stadt eine längere Hochbahnstrecke hat.

 
Auch die nächste Serie NS-93 sieht tres parisien aus, Zug 063 hier ebenfalls in Pedrero.

Ab 2004 lieferte Alsthom Brasil die Serie NS-2004. Zug 093 erreicht die Station Parque O´Higgins der Linie 2.

Auf der kurzen Zubringerlinie 4A kommen nur 3-Wagen-Züge der Serie AS-2002 ebenfalls von Alsthom Brasil zum Einsatz. Wie die Stammlinie 4 wird diese Linie mit Stahlradfahrzeugen bedient. Zug 431 erreicht hier die Station San Ramon.

Nach einem Intermezzo mit Zügen von CAF lieferte Alsthom ab 2018 den Typ NS-2016 aus. Zug 152 auf der Linie 2 in der Station Parque O´Higgins.

Neben der Metro gibt es auch eine S-Bahn-Linie in der Region, genannt Tren de Nos und betrieben von der Staatsbahn EFE. Dieser verbindet den Hauptbahnhof (Estacion Central) mit Nos in der Stadt San Bernardo. Auf den 20,8 km werden zehn Stationen bedient. Die Strecke ist Teil der in indischer Breitspur (1.676 mm) angelegten Hauptstrecke nach Süden, auf der EFE inzwischen auch Hochgeschwindigkeitszüge bis nach Chilian sowie etwa stündlichen Regionalverkehr bis Rancagua anbietet. 

Zum Einsatz kommen auf der Vorortlinie 22 zweiteilige Alsthom X´trapolis Modular, die der Civia-Baureihe der RENFE entlehnt sind und in Bilbao produziert wurden. Zug XM-06 erreicht die Station Lo Valledor, wo Übergang zur Metrolinie 6 besteht.

Für die Regionalzugleistungen nach Rancagua kommen neben chinesischen Triebwagen auch einige ehemalige 470er der RENFE, die wiederum auf einer Schweizer Konstruktion basieren, zum Einsatz. CM-207 ebenfalls in Lo Valledor.

Da Red den Großteil des Ballungsraums von Santiago abdeckt gibt es nur einige Vorort-Busverbindungen zu weiter entfernten Ortschaften. i.d.R werden diese mit nationaler Konzession kommerziell von diversen privaten Unternehmen betrieben, wobei die Frequenzen durchaus dicht sind. Einige dieser Verkehre insbesondere aus Westen erreichen den Hauptbahnhof, andere sind an die Metro-Endstationen angebunden. 

Das Unternehmen Cobrexpress aus Colina nördlich der Haupstadt verbindet seine Heimatstadt mit den Metroendpunkten Los Libertadores (Linie 3) und Vespuccio Norte (Linie 2), an letzterem wurde dieser Yutong abgelichtet. Daneben kommen aber auch Busse von Comil zum Einsatz.

 
Ebenfalls nach Colina fährt das Unternehmen OK Buses, allerdings vom Hauptbahnhof aus. Wie im chilenischen Regionalverkehr eigentlich die Regel kommen Midibusse zum Einsatz, in diesem Fall ein Marcopolo Senior auf MB LO 916. 

Transportes Piramide fährt Schulverkehr für die Universidad Mayor de Santiago. Zum Einsatz kommen u.a. MB OF1622/Marcopolo Torino.

Flota Talagante verbindet die gleichnamige Stadt südlich Santiagos mit mehreren Metrostationen. In La Florida unterwegs ist Wagen 43, ein MB LO 915 mit Metalpar Pucará Evo-Aufbau.

Mit finanzieller Unterstützung der Regierung soll auch der Vorortverkehr langsam auf Elektrobusse umgestellt werden. Nach Colina fährt daher das Unternehmen ViajeAqui bereits mit BYD K9, Wagen 0012 an der Metrostation Los Libertadores.

Mittwoch, 11. März 2026

Red? Red!

Die beiden letzten vorzustellenden Betreiber sind RBU und Voy. RBU steht für Red Buses Urbanos und war bis 2023 auf der UN6 (Kennfarbe Rot) tätig. Unter neuer Firmierung RBU Santiago SA übernahm man 2023 die neuen US 4 (32 Linien mit 421 Bussen) und US 6 (23 Linien mit 511 Bussen). RBU ist sicher der Betreiber mit der größten Typenvielfalt in Santiago. 

Noch mit der alten roten Kennfarbe der UN6 verkehren einige Volvo B290RLE/Neobus Mega BRT vom Baujahr 2016 mit linksseitigen Türen. Neobus ist eine Marcopolo-Tochter, die inzwischen allerdings nur noch Kleinbusse aufbaut. FL XT 74 trägt unüblicherweise keine Wagennummer, er fährt hier am Busbahnhof Vespucio Norte zu seiner Abfahtsposition.

 
Und weil so selten gleich um die Ecke mit Sonne von Nordost (ja, auf der Südhalbkugel muss man sich an Sonne von Norden erst gewöhnen...) Schwesterfahrzeug FL XT 88.

Und noch ein Exot: MB O500U 2069 hat zwar einen Caio Mondego H-Aufbau, aber die Front des Mondego II.

2023 beschaffte RBU über 300 Volovo B8RLE/Marcopolo Torino LE. 1833 hat das auch deutlich angeschrieben.

Die Sania/Caio-Kombinationn ist bei RBU sowohl in Solo- wie in Gelenkausführung vertreten. 1183 von 2020 auf der Alameda.

Neben dem Fotos U12 setzt RBU auch Midibusse vom Typ Foton U10 ein. Wagen 1197 in Vespucio Norte.


Letzter Betrieb ist Voy Santiago, das aktuell noch die Altkonzession UN4 bediente. Hier kommen auf 30 Linien 492 Busse zum Einsatz. Seit Mitte 2025 (und somit nach meinem Besuch) betreibt man dazu noch die Konzessionen US14 und US15, hierfür wurde der Fuhrpark vor allem um weitere Elektrobusse von Foton und Yutong erweitert sowie von STP und Subus Gelenkzüge mit Marcopolo- und Caio-Aufbauten übernommen. Insgesamt kamen 40 Linien mit über 800 Bussen neu zu Voy.

Für die Altkonzession UN4 hat Voy nicht weniger als 119 Scania K250UB/Caio Mondego II in der 10,5m-Version im Einsatz. Auch bei Voy wird nur nach Kennzeichen unterschieden: SC RZ 27 in Lo Ovalle.

 
Von den K280UB/Caio Mondego II befinden sich sogar 146 Stück im Bestand. Die Voy-Linien der UN4 konzentrieren sich im südwestlichen Teil des Ballungsraums

Die Elektrobusse kommen natürlich aus China, in diesem Fall 204 Exemplare des Yutong ZK6218BEVG. TH TF 29 in Lo Ovalle.

Neben den beiden Konzessionen von Voy starteten drei weitere Verträge im Laufe des Jahres 2025. Die UN16 mit 27 Linien und 481 Bussen sicherte sich dabei Gran Américas Santiago Chile, eine Tochter der kolumbianischen Grupo Express. Die US 17 und 18 mit insgesamt 46 Linien und fast 1.000 Bussen sicherte sich das neu geründete Unternehmen Conecta Mobility. Beide Betreiber haben große elektrisch angetriebene Fahrzeugserien bei Zhongtong bestellt. 

Dienstag, 10. März 2026

Metropole zwischen Bergen

Die Stadt Santiago liegt in einem Hochtal zwischen den Anden und der Küstenkordilliere, so dass man in jede Richtung Berge sieht. Sie erstreckt sich um die lange Alameda als zentrale Ost-West-Achse. Im Westen liegen der Hauptbahnhof (Estacion Central) und mehrere größere Fernbusbahnhöfe (dazu kommen wir noch...), östlich der Innenstadt beginnen relativ bald die ersten Ausläufer der Anden mit den Hügeln Cerro Santa Lucia (wo die Spanier die Stadt gründeten) und dem bewaldeten Cerro San Cristobal (s.o.). Dort liegen auch die Ausgehviertel Bellavista und Providencia mit dem Costanera-Tower, dem höchsten Gebäude Südamerikas. Gegenüber Buenos Aires ist die Stadt wesentlich geordneter und weniger chaotisch, letztlich in ihrer Gesamtheit auch deutlich wohlhabender. 

Die Liniennummernsystematik von Red ist dagegen deutlich komplizierter als die in Buenos Aires. Grundsätzlich wird in Hauptlinien und Lokallinien unterschieden, wobei die Hauptlinien ("Troncales") dreistellige Nummern tragen, die teilweise durch einen nachgestelltren Buchstaben ergänzt werden. Dabe steht e für Schnellbusse, c für verkürzte Linienwege, v für Varianten, n für Nachtbusse und x für Sonderlinien steht. Dabei kann es durchaus sein, dass sich Stammlinie, e- und c- Variante in unterschiedlichen Konzessionen wiederfinden. Die Lokallinien ("locales") werden mit Buschtaben und zwei Ziffern bezeichnet, wobei die zehn Kennbuchstaben A-J für die verschiedenen Zonen der Metropolregion verwendet werden - diese sind aber wiederum nicht unbedingt mit den Konzessionsgebieten identisch. Nachgestellte Buchstaben gibt es auch bei den Lokallinien.

Mit den ab 2019 erfolgten Vergaben wurden die Konzessionen in Unidades des Servicios (US) umbenannt,  davon waren wie gesagt sechs (US 1-6) im März 2025 schon vergeben, fünf weitere folgten im Jahresverlauf 2025 (US 14-18) und die letzten drei (20-22) sollen später aufgenommen werden. Die Busse wurden für die Betriebsaufnahmen nur teilweise neu beschafft, die meisten dagegen von den jeweiligen Altbetreibern übernommen (und nicht immer umgezeichnet oder umnummeriert). Nur ein Teil der Betreiber nutzt Wagennummern, die anderen nur das sechsstellige alphanummerische Kennzeichen, das ohnehin an allen Bussen groß angeschrieben ist.

Die US 1 (27 Linien/362 Busse) und 2 (25 Linien/378 Busse) sicherte sich die argentinische Nueva Metropol-Gruppe, die wir ja schon aus Buenos Aires kennen. Dafür gründete man die Gesellschaften Buses Alfa (US1) und Buses Omega (US2). Beide übernahmen etliche MB O500U/Caio Mondego H Viertürer aus der "gelben" UN7. Wagen 2011 von Buses Alfa steht hier an der Metrostation Vespucio Norte auf dem Pausenplatz. 

Zur Betriebsaufnahme 2023 beschaffte Metropol 58 Volvo B8RLE/Caio Mondego II in 10,5-m-Ausführung. 2017 von Buses Alfa erreicht hier gleich ebenfalls die Metrostatioon Vespucio Norte auf der Lokallinie B16, Zone B umfasst den Nordwesten der Region.

Den Marcopolo Torino LE gibt es bei Metropol sowohl auf Scania- wie auch Mercedes-Benz-Chassis. Buses Omega 6054 ist einer der letzteren, gebaut 2019 auf O500U.

Gelenkbusse setzt nur Buses Alfa ein, 4021 ist ebenfalls ein MB O500UA/Marcopolo Torino LE von 2019, unterwegs in Providencia.

Die 45 2023 gelieferten Volvo B8RLEA baute dagegen einmal mehr Caio auf. 


Bei den E-Bussen setzt Metropol dagegen weitgehend auf den Foton U12SC. Buses Omega 7173 von 2023 an der Metrostation Bellavista de la Florida auf der Lokallinie F25.

Die US 3 (22 Linien/365 Busse) und 5 (30 Linie/510 Busse) sicherte sich das Unternehmen Santiago Transporte Urbano (STU), das vorher als STP Santiago aufgetreten war, dessen Anschriften etliche Busse noch trugen. STU/STP nutzt keine Wagennummern und so ist Scania K280UB/Caio Mondego II nur nach seinem Kennzeichen PG TV 10 zu unterscheiden, er befährt hier die Alameda auf der verkürzten Linie 445c.

Die gleiche Kombination gibt es auch als Gelenkbus, nur auf K320UA, wovon 2020 50 Stück beschafft wurden, die heute auf der US5 laufen.

Die MB 0500UA/Marcopolo Torino LE stammen dagegen aus der Konzession UN7, wie PF VL 50 in Providencia.

Die Elektrobusse bei STU/STP sind einmal mehr Fotos U12SC wie PF YS 34 auf der Alameda.

Montag, 9. März 2026

Südamerikas Boomtown: Santiago de Chile

Chile ist noch viel länger als Argentinien, nämlich rund 4.200 km, aber im Schnitt nur etwa 200 km breit. Unbestrittene Metropole ist die Hauptstadt Santiago, in deren Einzugsbereich über 7 der 19 Millionen Einwohner leben. Die Stadt wurde vom Spanischen Conquistador Pedro de Valdivia 1541 gegründet, zuvor befand sich allerdings an diesem strategisch günstigen Ort in dem trockenen Hochtal am aus den Anden gespeisten Rio Mapocho bereits ein Verwaltungszentrum der Inkas. Seit der Unabhängigkeit 1817 ist Santiago die Hauptstadt Chiles, verlor aber nach der Pinochet-Diktatur im Rahmen der Dezentralisierungsbemühungen den Parlamentssitz an Valparaiso. In den letzten Jahren hat sich Chile nicht zuletzt durch seine Lage am Pazifik und seine großen Rohstoffreserven wirtschaftlich sehr stark entwickelt, wobei der Wohlstand auch der breiten Bevölkerung zugute kommt: So gibt es einen recht hohen Mindestlohn und im Südamerika-Vergleich die beste soziale Absicherung, was viele Einwanderer, aktuell vor allem aus Venezuela in die Stadt kommen lässt. 

Die Metropolregion besteht aus sechs Provinzen (die aber kaum Funktionen haben), der engere Ballungsraum aus 37 Gemeinden, wovon Santiago selbst recht klein ist und nur rund 400.000 Einwohner hat. Entsprechend dieser Zersplitterung ist beim ÖPNV ein großer Einfluss der Zentralregierung spürbar. Bis 2005 war das Busnetz in einzelne Linienkonzessionen unterteilt, alle Busse trugen eine gelbe Lackierung. Ab 2004 wurden zehn Flächenkonzessionen ausgeschrieben, deren Fahrzeuge jeweils eine unterschiedliche Kennfarbe trugen. Dieses Netz fungierte unter dem Namen Transantiago. 2019 wurde das Netz in Red Metropolitana de Movilidad (kurz: Red) umbenannt und eine einheitliche rot/weiße Farbgebung eingeführt. Heute fahren für Red rund 7.000 Busse auf über 400 Linien, wobei die Nummerierung etwas kompliziert ist, da nach Express-, Normal- und Lokallinien unterschieden wird. Kamen die Busse früher weitgehend aus Brasilien sind inzwischen auch sehr viele E-Busse chinesischer Provinienz zu sehen. Zu Red gehört auch das schnell wachsende Metronetz mit inzwischen sieben Linien und eine von der Staatsbahn EFE betriebene Vorortbahnlinie. Wie in Argentinien kann der Fahrpreis nur mit einer Wertkarte bezahlt werden, die in Santiago bip! heißt. Die Fahrpreise sind teils nach Tageszeit gestaffelt, innerhalb 90 Minuten kann beliebig of umgestiegen werden.  

Seit 2019 erfolgt fortschreitend ein Neuzuschnitt und eine Neuausschreibung aller Buskonzessionen mit gestaffelter Inbetriebnahme. Bei menem Besuch waren die ersten sechs Konzessionen bereits neu vergeben, auf den anderen waren noch etliche Fahrzeuge in den alten Farben zu sehen. 

Buses Vule betreibt noch bis Ende 2026 die Unidad de negocio (Geschäftseinheit) 3, die vor allem Linien im Süden der Hauptstadtregion umfasst. Kennfarbe  bei Transantiago war Grün, die hier Wagen 1212, einer von unzähligen zentral beschafften Mercedes-Benz O500U mit Caio Mondego H-Aufbau, von denen allein bei Buses Vule 295 Stück aus 2013/2014 fahren.

Den Mondego H gibt es auch mit beidseitigen Türen, da auf einigen Linien Busspuren mit Mittelbahnsteigen existieren - Überreste des einstmaligen Metrobus-BRT-Systems, das inzwischen in das normale Liniennetz integriert worden ist. Wagen 1822 ist einer von 62 Stück bei Buses Vule und steht an der Metrostation Lo Ovalle.

Ebenfalls in großen Mengen vorhanden sind die Midibusse MB LO916, auch diese mit Aufbauten von Caio des Typs Foz 2400. Buses Vule 1802 unterquert hier die Metrolinie 5 an der Haltestelle Pedrero.

Bereits das Red-Farbschema trägt Wagen 1975 aus 2019, unterwegs auf der zentralen Alameda Libertador Bernardo O´Higgins, von allen nur Alameda genannt. Auch dies ist ein O550U, allerdings bereits mit der neuen Version des Caio Mondego-Aufbaus.

Chinesische E-Busse fährt Buses Vule in Form von Foton U12SC (74 Stück) und wie hier Wagen 2057 Yutong ZK6128 (80 Stück), auch dieser auf der Alameda. Die UN 3 umfasst 54 Linien mit 963 Bussen.

Noch ein bischen länger, nämlich bis Mitte 2027, darf Metbus die UN 5 fahren. Auf den 50 Linien kommen 1.186 Busse zum Einsatz, darunter auch Gelenkbusse wie O500UA/Caio Mondego HA 0495 von 2008. Die Busse dieser Konzession hatten eine türkise Kennfarbe.

Auch Solobusse dieses Typs fahren bei Metbus. Wagen 0876, unterwegs im Stadtteil Providencia, hat ebenfalls beidseitige Türen, je zwei auf jeder Seite.

Wieder auf der Alameda ist Wagen 1483 unterwegs, ein MB O500UA mit Marcopolo Torino LE-Aufbau, von dene 2019/20 41 Stück beschafft wurden.

Bei den E-Bussen setzt Metbus vorwiegend auf BYD K9 wie Wagen 2037 im Stadtteil Bellavista. Dies waren 2017 die ersten E-Busse in Santiago, bis 2020 sind bei Metbus davon 426 Stück angekommen.

Ebenfalls noch mit Altvertrag bis Mitte 2026 unterwegs ist Subus Chile, Tochter des gleichnamigen spanischen Unternehmens. Deren Konzession UN2 umfasste ursprünglich nur 9 Linien mit rund 150 Bussen, ehemals in dunkelblauer Kennfarbe. Diese tragen vor allem noch die 2014 beschafften Volvo B7RLE (in Südamerika B250LE)/Marcopolo Gran Viales wie Wagen 7347 an der U-Bahn-Station Pedrero.
 
Auch einige B8RLE / Marcopolo Torino LE sind noch in blau unterwegs, wie 7628 in Lo Ovalle.

Die B8RLE sind wieder mit beidseitigen Türen ausgestattet. 7665 vom Baujahr 2019 ist in der Innenstadt von Santiago bereits in Red-Farben unterwegs.

Im Laufe der Jahre wurden einige Linien aus anderen Konzessionen von Subus übernommen, hier werden auch Gelenkzüge eingesetzt. Auch bei diesen setzt Subus auf die Kombination Volvo/Marcopolo, in diesem Fall jedoch auf den Gran Viale BRT auf B8RLEA. Wagen 9919 in Pedrero, im Hintergrund bereits die ersten Ausläufer der Anden. Man beachte die sehr informative Zielanzeige.

2023 wurden 35 Gran Viale BRT in der Soloversion beschafft. 7759 in Lo Ovalle - diese Busse haben übrigens keine linksseitigen Türen.

Sonntag, 8. März 2026

Im Panoramico über die Anden

Heute weniger Bus- stattdessen mehr Reisebilder, wenn auch auf einer der sicher eindrücklichsten Busfahrten, die ich je unternommen habe. CATA Internacional Wagen 1049, ein Mercedes-Benz O 500 RSD mit Marcopolo Paradiso 1800-Aufbau der 7. Generation (G7) brachte mich von Mendoza über den 3.200 m hohen Libertadores-Pass in den Anden nach Chile. Natürlich habe ich mir online den Panoramico-Sitz in der ersten Reihe des Oberdecks gesichert, so dass bei strahlend blauem Himmel viele schöne Bilder entstanden. Neben CATA fährt auch Andesmar diese Strecke, daneben gibt es auch diverse Verbindungen in andere argentinische Städte, die nicht über Mendoza führen. Endpunkt auf chilenischer Seite ist die Metropole Santiago de Chile

Die majestätische Kulisse der ersten Andenkette begrüßt uns schon direkt außerhalb von Mendoza, wo die Fahrt zunächst durch die flache Cuyo-Ebene inmitten der Weinfelder führt...  

... bevor die Nationalstraße 7 die erste Steigung zum Stausee Embalse Potrerillos, der für die Wasserversorgung Mendozas unerlässlich ist, in Angriff nimmt. 


Nach Potrerillos wird das Tal des Rio Mendoza, der uns bis zum Grenztunnel begleitet, immer enger. Begleitet werden wir auf der gesamten Strecke von der 1910 eröffneten und 1984 stillgelegten Trans-Anden-Bahnlinie, deren Gleise größtenteils noch liegen. 

Nach rund 120 km bzw. zwei Stunden Fahrzeit ist auf 2.000 m Seehöhe der Talkessel von Uspallata erreicht, dem größten Ort an der sehr dünn besiedelten Stecke.

Hinter Uspallata wird die Landschaft grandios, das Grün verschwindet weitgehend, stattdessen gibt es ein breites Tal mit unglaublichen Höhendifferenzen....

... und trotz der dünnen Besiedlung einem Regionalbusverkehr in Gestalt der Andesmar-Liniengruppe 400, auf der uns Saldivia Aries Nummer 23 entgegen kommt.

Die wenigen Siedlungen befinden sich in geschützten Lagen, so wie Polvederas auf 2.400 m.ü.M.

Mehrfach überquert die RN 7 den reißenden Rio Mendoza, der sich vor allem aus der Schneeschmelze bzw. aus Gletscherwasser speist. 

Treffen mit dem Andesmar-Gegenbus, einem Comil Invictus.

Kurz hinter Puente del Inca, einer Naturbrücke über den Rio Mendoza, wird der finale Anstieg zum Scheiteltunnel erreicht, die Bahn musste hier die Zahnstange zu Hilfe nehmen. Hier lässt sich für wenige Momente auch ein Blick auf den Aconcagua erhaschen. 

Las Cuevas ist der letzte Ort in Argentinien. Bis zur Eröffnung des 3 km langen Cristo-Redentor-Schiteltunnels 1980 ging es von hier über 65 Kehren noch 600 m höher über den gleichnamigen Pass. 

Nach wenigen Minuten ist der Tunnel durchfahren und es heißt Bienvenido a Chile... Ab hier führt dann die Ruta 60 talwärts.

Fast unwirklich wirkt der riesige Grenzkomplex der Chilenen auf 3.000 Meter Seehöhe. Davor stauen sich die LKW, für die dies die wichtigste Verbindung zwischen beiden Ländern ist.

Für die Buspassagiere heißt das: Aussteigen - Gepäck mitnehmen und durch Argentinische Ausreise, Zoll und Chilenische Einreise. Dauer insgesamt eine Stunde. Dafür gibt es ein modernes Terminal, in dem unser 1049 gerade steht und auf die abgefertigten Fahrgäste wartet. 

Kurz nach der Grenzstation überquert uns wieder die Eisenbahntrasse....

.... bevor es richtig steil wird: Während der Anstieg in Argentinien über 200 km erfolgt, muss in Chile in nur 60 km das rund 2.500 m tiefer gelegene Los Andes erreicht werden...

... allein in den 29 Haarnadelkurven der Cuesta Caracoles werden auf 10 km Straßenlänge über 800 Höhenmeter bezwungen.

Danach wird die Landschaft am Rio Juncal wieder grüner.

Über Los Andes erreicht unser Bus schließlich die Region Metropolitano, die chilenische Hauptstadtregion. Auch diese immerhin noch auf über 500 m Seehöhe gelegen.