Erste Planungen zu einer U-Bahn in Santiago de Chile gab es bereits in den späten 1920er Jahren, aber erst 1968 wurde ein französisch-chilenisches Konsortium mit Planung und Bau der Metro beauftragt. 1975 wurde der erste Abschnitt der Linie 1 eröffnet, natürlich verlief sie unter der traditionellen Ost-West-Achse Alameda Libertador Bernardo O´Higgins. Bereits 1978 folgte die Nord-Süd-Linie 2. Bis 1987 folgten diverse Verlängerungen an den Enden beider Linien. Die nächste, bis heute andauernde Ausbauphase startete in den 90er Jahren, 1997 ging der erste Abschnitt der heute 30 km langen Linie 5 in Betrieb, 2005 folgte die Linie 4 mit der Ergänzungslinie 4A. Waren diese fünf Linien konventionell mit Fahrer betrieben wurden die 2017 bzw. 2019 eröffneten Linien 3 und 6 von Anfang an vollautomatisch betrieben, sie sind entsprechend mit Bahnsteigtüren ausgestattet. Bis 2032 sollen drei weitere Linien (7-9) das Netz ergänzen.
Der französische Einfluss beim Metrobau zeigt sich u.a. am Betrieb der Linien 1,2 und 5 mit gummibereiften Fahrzeugen, die ersten Serien können ihre Verwandschaft mit den entsprechenden RATP-Serien nicht verleugnen und wurden auch sämtlich in Frankreich gebaut. Erst die neueren Fahrzeuge kommen von CAF aus Spanien bzw. aus dem brasilianischen Alsthom-Werk. Kompatibel zueinander sind auch die Linien 4 und 4A (Stahlrad und Stromschiene) sowie 3 und 6 (vollautomatisch, Oberleitung und Stahlrad)
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| Die Erstausstattung bestand aus rund 100 Zügen der Reihe NS-74, die bis auf die Front und den längeren Wagenkästen der RATP-Reihe MP-73 entsprechen. Inzwischen wurden die ursprünglichen 5-Wagen-Züge zu 7-Wagen-Zügen umgruppiert, daher die 7 an der Frontscheibe. Zug 24 fährt in die Station Pedrero der Linie 5 ein, die hier im Südosten der Stadt eine längere Hochbahnstrecke hat. |
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| Auch die nächste Serie NS-93 sieht tres parisien aus, Zug 063 hier ebenfalls in Pedrero. |
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| Ab 2004 lieferte Alsthom Brasil die Serie NS-2004. Zug 093 erreicht die Station Parque O´Higgins der Linie 2. |
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| Auf der kurzen Zubringerlinie 4A kommen nur 3-Wagen-Züge der Serie AS-2002 ebenfalls von Alsthom Brasil zum Einsatz. Wie die Stammlinie 4 wird diese Linie mit Stahlradfahrzeugen bedient. Zug 431 erreicht hier die Station San Ramon. |
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| Nach einem Intermezzo mit Zügen von CAF lieferte Alsthom ab 2018 den Typ NS-2016 aus. Zug 152 auf der Linie 2 in der Station Parque O´Higgins. |
Neben der Metro gibt es auch eine S-Bahn-Linie in der Region, genannt Tren de Nos und betrieben von der Staatsbahn EFE. Dieser verbindet den Hauptbahnhof (Estacion Central) mit Nos in der Stadt San Bernardo. Auf den 20,8 km werden zehn Stationen bedient. Die Strecke ist Teil der in indischer Breitspur (1.676 mm) angelegten Hauptstrecke nach Süden, auf der EFE inzwischen auch Hochgeschwindigkeitszüge bis nach Chilian sowie etwa stündlichen Regionalverkehr bis Rancagua anbietet.
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| Zum Einsatz kommen auf der Vorortlinie 22 zweiteilige Alsthom X´trapolis Modular, die der Civia-Baureihe der RENFE entlehnt sind und in Bilbao produziert wurden. Zug XM-06 erreicht die Station Lo Valledor, wo Übergang zur Metrolinie 6 besteht. |
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| Für die Regionalzugleistungen nach Rancagua kommen neben chinesischen Triebwagen auch einige ehemalige 470er der RENFE, die wiederum auf einer Schweizer Konstruktion basieren, zum Einsatz. CM-207 ebenfalls in Lo Valledor. |
Da Red den Großteil des Ballungsraums von Santiago abdeckt gibt es nur einige Vorort-Busverbindungen zu weiter entfernten Ortschaften. i.d.R werden diese mit nationaler Konzession kommerziell von diversen privaten Unternehmen betrieben, wobei die Frequenzen durchaus dicht sind. Einige dieser Verkehre insbesondere aus Westen erreichen den Hauptbahnhof, andere sind an die Metro-Endstationen angebunden.
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| Das Unternehmen Cobrexpress aus Colina nördlich der Haupstadt verbindet seine Heimatstadt mit den Metroendpunkten Los Libertadores (Linie 3) und Vespuccio Norte (Linie 2), an letzterem wurde dieser Yutong abgelichtet. Daneben kommen aber auch Busse von Comil zum Einsatz. |
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| Ebenfalls nach Colina fährt das Unternehmen OK Buses, allerdings vom Hauptbahnhof aus. Wie im chilenischen Regionalverkehr eigentlich die Regel kommen Midibusse zum Einsatz, in diesem Fall ein Marcopolo Senior auf MB LO 916. |
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| Transportes Piramide fährt Schulverkehr für die Universidad Mayor de Santiago. Zum Einsatz kommen u.a. MB OF1622/Marcopolo Torino. |
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| Flota Talagante verbindet die gleichnamige Stadt südlich Santiagos mit mehreren Metrostationen. In La Florida unterwegs ist Wagen 43, ein MB LO 915 mit Metalpar Pucará Evo-Aufbau. |
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| Mit finanzieller Unterstützung der Regierung soll auch der Vorortverkehr langsam auf Elektrobusse umgestellt werden. Nach Colina fährt daher das Unternehmen ViajeAqui bereits mit BYD K9, Wagen 0012 an der Metrostation Los Libertadores. |
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