
Chile ist noch viel länger als Argentinien, nämlich rund 4.200 km, aber im Schnitt nur etwa 200 km breit. Unbestrittene Metropole ist die Hauptstadt Santiago, in deren Einzugsbereich über 7 der 19 Millionen Einwohner leben. Die Stadt wurde vom Spanischen Conquistador Pedro de Valdivia 1541 gegründet, zuvor befand sich allerdings an diesem strategisch günstigen Ort in dem trockenen Hochtal am aus den Anden gespeisten Rio Mapocho bereits ein Verwaltungszentrum der Inkas. Seit der Unabhängigkeit 1817 ist Santiago die Hauptstadt Chiles, verlor aber nach der Pinochet-Diktatur im Rahmen der Dezentralisierungsbemühungen den Parlamentssitz an Valparaiso. In den letzten Jahren hat sich Chile nicht zuletzt durch seine Lage am Pazifik und seine großen Rohstoffreserven wirtschaftlich sehr stark entwickelt, wobei der Wohlstand auch der breiten Bevölkerung zugute kommt: So gibt es einen recht hohen Mindestlohn und im Südamerika-Vergleich die beste soziale Absicherung, was viele Einwanderer, aktuell vor allem aus Venezuela in die Stadt kommen lässt. Die Metropolregion besteht aus sechs Provinzen (die aber kaum Funktionen haben), der engere Ballungsraum aus 37 Gemeinden, wovon Santiago selbst recht klein ist und nur rund 400.000 Einwohner hat. Entsprechend dieser Zersplitterung ist beim ÖPNV ein großer Einfluss der Zentralregierung spürbar. Bis 2005 war das Busnetz in einzelne Linienkonzessionen unterteilt, alle Busse trugen eine gelbe Lackierung. Ab 2004 wurden zehn Flächenkonzessionen ausgeschrieben, deren Fahrzeuge jeweils eine unterschiedliche Kennfarbe trugen. Dieses Netz fungierte unter dem Namen Transantiago. 2019 wurde das Netz in Red Metropolitana de Movilidad (kurz: Red) umbenannt und eine einheitliche rot/weiße Farbgebung eingeführt. Heute fahren für Red rund 7.000 Busse auf über 400 Linien, wobei die Nummerierung etwas kompliziert ist, da nach Express-, Normal- und Lokallinien unterschieden wird. Kamen die Busse früher weitgehend aus Brasilien sind inzwischen auch sehr viele E-Busse chinesischer Provinienz zu sehen. Zu Red gehört auch das schnell wachsende Metronetz mit inzwischen sieben Linien und eine von der Staatsbahn EFE betriebene Vorortbahnlinie. Wie in Argentinien kann der Fahrpreis nur mit einer Wertkarte bezahlt werden, die in Santiago bip! heißt. Die Fahrpreise sind teils nach Tageszeit gestaffelt, innerhalb 90 Minuten kann beliebig of umgestiegen werden.
Seit 2019 erfolgt fortschreitend ein Neuzuschnitt und eine Neuausschreibung aller Buskonzessionen mit gestaffelter Inbetriebnahme. Bei menem Besuch waren die ersten sechs Konzessionen bereits neu vergeben, auf den anderen waren noch etliche Fahrzeuge in den alten Farben zu sehen.
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| Buses Vule betreibt noch bis Ende 2026 die Unidad de negocio (Geschäftseinheit) 3, die vor allem Linien im Süden der Hauptstadtregion umfasst. Kennfarbe bei Transantiago war Grün, die hier Wagen 1212, einer von unzähligen zentral beschafften Mercedes-Benz O500U mit Caio Mondego-Aufbau, beschafft wohl zum Konzessionsstart 2012. |
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| Den Mondego gibt es auch mit beidseitigen Türen, da auf einigen Linien Busspuren mit Mittelbahnsteigen existieren - Überreste des einstmaligen Metrobus-BRT-Systems, das inzwischen in das normale Liniennetz integriert worden ist. Wagen 1822 von Buses Vule steht an der Metrostation Lo Ovalle. |
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| Ebenfalls in großen Mengen vorhanden sind die Midibusse MB LO916, auch diese mit Aufbauten von Caio. Buses Vule 1802 unterquert hier die Metrolinie 5 an der Haltestelle Pedrero. |
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| Bereits das Red-Farbschema trägt Wagen 1975, unterwegs auf der zentralen Alameda Libertador Bernardo O´Higgins, von allen nur Alameda genannt. Auch dies ist ein O550U, allerdings bereits mit der neuen Version des Caio Mondego-Aufbaus. |
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| Chinesische E-Busse fährt Buses Vule in Form von Foton U12SC und wie hier Wagen 2057 Yutong ZK6128BEVG, auch dieser auf der Alameda. Die UN 3 umfasst 54 Linien mit 963 Bussen. |
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| Noch ein bischen länger, nämlich bis Mitte 2027, darf Metbus die UN 5 fahren. Auf den 50 Linien kommen 1.186 Busse zum Einsatz, darunter auch Gelenkbusse wie O500UA/Caio Mondego 0495. Die Busse dieser Konzession hatten eine türkise Kennfarbe. |
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| Auch Solobusse dieses Typs fahren bei Metbus. Wagen 0876, unterwegs im Stadtteil Providencia, hat ebenfalls beidseitige Türen, je zwei auf jeder Seite. |
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| Wieder auf der Alameda ist Wagen 1483 unterwegs, ein MB O500UA mit Marcopolo Torino LE-Aufbau. |
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| Bei den E-Bussen setzt Metbus vorwiegend auf BYD K9 wie Wagen 2037 im Stadtteil Bellavista. Dies waren 2017 die ersten E-Busse in Santiago. |
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| Ebenfalls noch mit Altvertrag bis Mitte 2026 unterwegs ist Subus Chile, Tochter des gleichnamigen spanischen Unternehmens. Deren Konzession UN2 umfasst nur 9 Linien mit rund 150 Bussen, ehemals in dunkelblauer Kennfarbe. Diese tragen vor allem noch die Volvo B7RLE/Marcopolo Gran Viales wie Wagen 7347 an der U-Bahn-Station Pedrero. |
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| Auch einige B8RLE / Marcopolo Torino LE sind noch in blau unterwegs, wie 7628 in Lo Ovalle. |
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| Die B8RLE sind wieder mit beidseitigen Türen ausgestattet. 7665 ist in der Innenstadt von Santiago bereits in Red-Farben unterwegs. |
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| Auch bei Gelenkzügen setzt Subus auf die Kombination Volvo/Marcopolo, in diesem Fall jedoch auf den Gran Viale BRT auf B8RLEA. Wagen 9919 in Pedrero, im Hintergrund bereits die ersten Ausläufer der Anden. Man beachte die sehr informative Zielanzeige. |
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| Auch in der Soloversion sind Gran Viale BRT unterwegs. 7759 in Lo Ovalle - diese Busse haben übrigens keine linksseitigen Türen. |
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